Mit Greenbonds Zukunft gestalten - 100. Greenbond im Vienna ESG Segment

Die Wiener Börse hat jüngst einen bemerkenswerten Meilenstein erreicht. Das Vienna ESG Segment, das im Mai 2022 ins Leben gerufen wurde, um nachhaltige Anleihen unter höchsten Transparenzkriterien zu bündeln, konnte seinen hundertsten Green Bond verzeichnen.
Somit hat sich die Anzahl der ESG-Anleihen an der Wiener Börse nahezu verdoppelt mit insgesamt beeindruckenden 20 Milliarden EUR, die die Emittenten der Anleihen bereits für nachhaltige Transformationsprojekte aufgenommen haben.

Die Liste der Top-5-Emittenten nach Volumen wird von der Republik Österreich angeführt, gefolgt von den Finanzinstituten HYPO NOE Landesbank AG, der Erste Group Bank AG, der UniCredit Bank Austria AG und der Raiffeisenbank International AG. Die Republik Österreich nimmt weltweit den beachtlichen dritten Platz beim Emissionsvolumen von grünen Anleihen ein und hat bereits 7 Milliarden EUR für klimafreundliche Projekte aufgebracht. Auch Unternehmen wie die UBM Development AG und die S Immo AG haben erfolgreich grüne Anleihen ausgegeben, die speziell auf Privatinvestoren zugeschnitten waren.

Erster Green Investor Report der Republik Österreich veröffentlicht
Die Republik Österreich hat kürzlich mit dem Green Investor Report 2022 erstmals einen Bericht über die Mittelverwendung und erzielten Klima- und Umweltauswirkungen Grüner Finanzierungen des Bundes veröffentlicht – für alle Interessierten ist dieser auf der Seite www.oebfa.at herunterzuladen.
Die Investition in Green Bonds bedeutet, in eine Welt zu investieren, in der Umweltauswirkungen und finanzielle Rendite Hand in Hand gehen. Nicht nur ökologische Vorteile bringen derlei Investitionen, sondern sie zeichnen sich auch durch langfristige Stabilität und Rendite und somit einem reduzierten Risiko aus. Sie ermöglichen es Investoren, ihre Portfolios auf nachhaltige Weise zu diversifizieren. Emittenten hingegen profitieren von erhöhter Sichtbarkeit und Servicequalität. Dies trägt zur Entwicklung grüner Technologien bei und gleichzeitig zur Schaffung einer besseren Zukunft für kommende Generationen.

Nachhaltige Zukunft
Green Bonds sind dabei ein wesentliches Instrument – auch für Unternehmen – Kapital für umweltfreundliche Projekte zu mobilisieren und den Wandel hin zu einer nachhaltigen Wirtschaft zu beschleunigen. Das Vienna ESG Segment verpflichtet Emittenten zur Einhaltung strenger Transparenz-, Qualitäts- und Publizitätskriterien sowie zur Erfüllung anerkannter ESG-Standards der Wiener Börse. Diese Standards orientieren sich an den Richtlinien der International Capital Market Association (ICMA), darunter die Green Bond Principles und Social Bond Principles. Die Einhaltung dieser Standards und die geplante Verwendung der Erlöse werden von unabhängigen Institutionen, den sogenannten Second Party Opinions, überwacht. Darüber hinaus stellt die Wiener Börse einen umfassenden Leitfaden für die nichtfinanzielle Berichterstattung bereit, um Unternehmen bei der Bewältigung der steigenden Anforderungen im Bereich ESG zu unterstützen.

Anerkannte Standards
Um die erhöhte Transparenz zu gewährleisten, werden von der Wiener Börse klare Aufnahme- und Folgepflichten für nachhaltige Anleihen festgelegt. Diese können entweder dem Prinzip der „Sustainability-Linked Bonds“ oder dem der „Use of Proceeds-Anleihen“ folgen. Sustainability-Linked Bonds sind Anleihen, die versprechen, vordefinierte Nachhaltigkeitsziele (KPIs) zu erreichen und somit ein zukünftig verbessertes Nachhaltigkeitsergebnis in einem vordefinierten Zeitraum und auf Ebene des Gesamtunternehmens zu erzielen. Bei den Use of Proceeds-Anleihen wird der Emissionserlös in vordefinierte Projekte investiert, die wiederum in Green Bonds, Social Bonds oder Sustainability Bonds unterteilt werden können.

Ich persönlich hege den Wunsch, dass mehr und mehr Unternehmensanleihen in diesem Segment emittieren und den mutigen Schritt an die Börse wagen, denn dadurch wird Unternehmen und Investoren die Möglichkeit geboten, gemeinsam an einer nachhaltigen Zukunft zu arbeiten. Investoren erkennen zunehmend den Wert von nachhaltigen Anlagen, und Unternehmen, die sich auf diesem Weg engagieren, und diese wiederum profitieren von einer gesteigerten Glaubwürdigkeit und einem verbesserten Zugang zu Kapital.

Originalbeitrag: 

Gastkommentar Dr. Susanne Lederer-Pabst in Börse Social Ausgabe 08/2023Börse Social Ausgabe 08/2023